Volkswagen AG (WKN 766400)
VW schaltet mit Porsche einen Gang höher! - Volkswagen AG (WKN 766400) Aktien

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VW schaltet mit Porsche einen Gang höher!
Volkswagen AG (WKN 766400)

meister999

Name des Mitglieds: meister999

Produkt:

Volkswagen AG (WKN 766400)

Datum: 23.07.09, geändert am 16.12.09 (224 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: weitere starke Weltmarke integriert

Nachteile: Auswirkungen der Übernahme unklar

0. Akutalisierung

Zwischenzeitlich haben sich die Kurse der VW-Stammaktien nach dem Machtkampf mit Porsche wieder beruhigt und durch die Beteiligung von VW an Suzuki kam es zu neuen Schlagzeilen. Daneben scheint sich VW im aktuellen Marktumfeld gut zu behaupten, so dass die Integration von Porsche und ggf. die Effekte aus dem Suzuki-Umfeld Potentiale für die Aktie bieten könnten. Allerdings bleibt das Marktumfeld schwierig und stellt ein Risiko für die Entwicklung von VW und der VW-Aktie dar.


1. Aktuelles

Die VW-Aktie ist durch die gescheiterte Übernahme durch Porsche zu einem bisher einzigartigen Vorfall geworden. Im Oktober 2008 schnellte die Aktie auf 1.000 Euro hoch, getrieben durch Käufe, die auf ein geringes Angebot trafen. Die Optionsgeschäfte von Porsche sind in ihren Wirkungen nicht transparent bzw. nur für Insider. Aktuell notiert die Stammaktie bei gut 240 Euro und hält sich, nachdem bekannt wurde dass nunmehr VW Porsche übernimmt, sehr fest.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen notieren dagegen sehr fest über 50 Euro, sicherlich mit dem spekulativen Hintergrund, dass diese zu Stammaktien werden, was allerdings weiterhin unwahrscheinlich ist, oder dass diese in den DAX aufrücken, wenn der Streubesitz der Stammaktien weiter sinkt (z.B. durch die Ausübung der Optionen von Porsche). Ihr Kursniveau erscheint jedoch fundamental gerechtfertigter zu sein, als die aktuellen Kurse für die Stammaktie.

Welche Auswirkungen die Übernahme des verschuldeten Porsche-Konzerns auf VW hat, bleibt noch abzuwarten. Hier gibt es derzeit noch zu viele Unsicherheiten. Von einer Kapitalerhöhung bei Porsche ist die Rede, wo der Abgang des langjährigen Vorstandschefs Wiedeking sicherlich eine Lücke hinterläßt, denn schließlich hat er Porsche aus der Verlustzone herausgeführt und zu einem sehr erfolgreichen Unternehmen gemacht. Mit dem Versuch der Übernahme von VW ist er gescheitert, aber alles andere lief zumindest nach aktuellen Erkenntnissen Top.

2. Der Volkswagen-Konzern

Hinter VW verbergen sich wie hinlänglich bekannt viele Automarken. Mit VW, Audi und nunmehr Porsche ist der VW-Konzern in Deutschland führend und vor allem deutlich stärker als Opel und Ford. Ganze Regionen hängen von den Arbeitsplätzen der VW-Werke ab. In Spanien ist VW mit Seat aktiv und ebenso wie die Tochtergesellschaft Skoda ein bedeutendes Unternehmen. Die Luxusaktivitäten mit Bentley und Lamborghini erscheinen eher ein Hobby zu sein, wirkt aber sicherlich auf das Image positiv.

Ferner ist VW mit Scania und eigenen kleineren Modellen bei den Nutzfahrzeugen und im Lkw-Geschäft präsent, das Vermietungsgeschäft wurde jedoch abgegeben. Dagegen sind die Finanzaktivitäten innerhalb des Konzerns eine bedeutende Sparte, die in der Öffentlichkeit oft unterschätzt wird. Meines Erachtens hat es aber VW bisher versäumt, die Banktochter entsprechend zu positionieren.

3. Fundamental

Über 6 Mio. Fahrzeuge hat VW nach eigenen Angaben ausgeliefert und kommt somit auf gut 10 % Weltmarktanteil - dies zeigt eindrucksvoll welche Größe der VW-Konzern hat. Über 110 Mrd. Euro Umsatz hat VW 2008 erzielt und hieraus ein Ergebnis nach Steuern von 4,69 Mrd. Euro erzielt. Diese Zahlen zeigen jedoch nicht die Entwicklung von VW in den letzten Jahren. Durch die aktive, modernere Produktpolitik hat es VW erst geschafft, auf diese stolzen Zahlen zu kommen.

Dennoch rechtfertigen diese Zahlen nicht - zumindest nicht fundamental - den aktuellen Börsenkurs. Knapp 12 Euro Gewinn je Aktie in 2008 und 1,93 Euro Dividende für 2008 je Stammaktie rechtfertigen bei den aktuellen Aussichten keinen Kurs von gut 240 Euro. Allerdings bleibt abzuwarten, wie VW es schafft, Porsche zu integrieren und vor allem die aktuelle Wirtschaftssituation zu meistern. Fundamental ist die Stammaktie kein Kauf.

4. Fazit

Die aktuellen Meldungen sind kein neues Kaufargument für die Stammaktien von VW. Speziell die fundamentalen Daten und die aktuellen Aussichten lassen keine Phantasie aufkommen. Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten und dem engen Markt für die VW-Aktie ist eine Prognose für die zukünftige Kursentwicklung schwer abzugeben. Unterschätzt wird häufig das enorme Potential, das VW durch seine Größe hat. Während andere Konzerne Produktionskapazitäten abbauen müssen, kann VW aufgrund seiner relativen Stärke strategisch für die Zukunft planen. Offen ist allerdings, welche Auswirkungen die Porsche-Übernahme auf die finanziellen Freiheiten von VW hat, denn der Kauf wird die Liquidität von VW belasten, was in der aktuellen Zeit sicherlich nicht sehr opportun ist.

Dieser Bericht ist also nur eine aktuelle Darstellung einiger Fakten zur VW-Aktie und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar - dies muß jeder selbst entscheiden und verantworten. Für mich ist die Stammaktie momentan (noch) keine Anlagealternative.

Fazit: Noch viele Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Übernahme!